Weinberghaus Varel

Das Weinberghaus in Varel – Jüdische Geschichte erleben

Bei dem Weinberghaus in Varel handelt es sich um das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus der Familie Weinberg, das von 1937 bis 1942 als jüdisches Altenheim diente. Bei zwei Deportationen aus Varel wurden 29 Bewohner*innen von den Nationalsozialisten in Ghettos und Vernichtungslager verschleppt – niemand überlebte. Ausgehend vom Schicksal der Familie Weinberg und der Altenheimbewohner möchte der Arbeitskreis an jüdisches Leben in Varel erinnern.

Das Weinberghaus ist am 23. Juli von 15 bis 18 Uhr geöffnet.


Das Weinberghaus wurde am 29.06.2026 feierlich eröffnet.



Eine 9. Klasse der Oberschule Obenstrohe hat das Weinberg-Haus und die neue Ausstellung zur jüdischen Geschichte Varels angeschaut, die im Entstehen ist und sich kurz vor der Fertigstellung befindet. Zu Beginn hatten Gästeführer Karl-Heinz Martinß und Heimatvereinsvorsitzender Hans Begerow die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerin Vera Prestifilippo auf einem Spaziergang durch Varel begleitet. Der führte zu den Wohn- und Geschäftshäusern der Familien Levin/Neumann (Drostenstraße), Weiß (Hindenburgstraße), Robert Schwabe  (Obernstraße/Neue Straße), Curt Schwabe (Haferkampstraße) sowie zum Gedenkstein für die 1938 zerstörte Synagoge in der Osterstraße. Die Schüler schauten sich auch die (wenigen) Objekte an, die es zur Veranschaulichung der jüdischen Geschichte Varels gibt. Die neue Ausstellung im Weinberg-Haus wird voraussichtlich noch in der ersten Jahreshälfte fertiggestellt und offiziell eröffnet.


David Marlow (rechts), Secretary Australian Jewish Historical Society, hat am Sonntag, 1. März,  das Weinberg-Haus besucht und sich die Ausstellung, die demnächst zu sehen ist, angeschaut. Holger Frerichs zeigte ihm unter anderem den Schlüssel der Synagoge, der 1938 aus dem Brandschutt gerettet wurde. Arbeitskreis-Sprecher Benno Gliemann und Thomas Hülse begleiteten den Forscher, der während einer Europareise den Vorfahren seiner Familie nachspürt. Marlow war schon in Berlin, Potsdam, Wuppertal, in Brügge, Leiden, Jever und nun in Varel, wo Vorfahren, die Familie Cohen, lebten. Foto: Hans Begerow

Wir erhielten nach freundlicher Weiterleitung von Peter Marcuse (Australien) einen kleiner Video-Weihnachts-/Neujahrsgruß der 96-jährigen Margrit Shaw, geborene Schwabe, geboren am 11.02.1930 in Varel (Urenkelin von Leder- und Treibriemenfabrik Firmengründer Simson Schwabe),den diese ihm aus Großbritannien sandte


Die bewegende Geschichte der Geige eines Holocaust-Opfers war Thema eines besonderen Konzertes in der Alten Kirche Osterstraße in Varel. Dr. Roman Salyutov (Klavier), Alexander Lifland (Geige) und Yevgeny Sapozhnikov (Cello) spielten Stücke von Ravel, Mussorgski, Brahms, Gold, Schostakowitsch und Gernsheim. Sie erinnerten damit an den Geiger und Kapellmeister Itzchak Orloff, der ein Opfer der Shoah wurde, seine Geige vor seiner Deportation aber in andere Hände geben konnte. Auf abenteuerliche Weise überstand sie den 2. Weltkrieg und wird nun  verwahrt von Roman Salyutov, Chefdirigent des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach. Mit den Musikstücken erinnerten sie an das Leben und die Musik Orloffs, der erst in Russland, dann in Skandinavien, in Deutschland und schließlich in Frankreich Musikensembles leitete, bevor er während der deutschen Besetzung Frankreichs deportiert wurde. Der Veranstalter, die Volkshochschule Friesland-Wittmund, verzichtete auf Eintrittsgelder und bat um Spenden. Mehr als 500 Euro spendeten die 45 Besucher. Dieses Geld kommt dem Weinberg-Arbeitskreis zugute. Die Spende ist umso willkommener, als die Sanierung des Gebäudes Schüttingstraße 13 voranschreitet und Geld benötigt wird für die Einrichtung einer Dauerausstellung zur Geschichte der Juden varels und der Bewohner des Hauses, das von 1937 bis 1942 als Altenheim für kranke und gebrechliche Jüdinnen und Juden fungierte.