Weinberghaus Varel

Das Weinberghaus in Varel – Jüdische Geschichte erleben

Bei dem Weinberghaus in Varel handelt es sich um das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus der Familie Weinberg, das von 1937 bis 1942 als jüdisches Altenheim diente. Bei zwei Deportationen aus Varel wurden alle 29 Bewohner*innen von den Nationalsozialisten in Ghettos und Vernichtungslager verschleppt – niemand überlebte. Ausgehend vom Schicksal der Familie Weinberg und der Altenheimbewohner möchte der Arbeitskreis an jüdisches Leben in Varel erinnern.

Veranstaltungen zum 9. November

Der Arbeitskreis Juden in Varel weist auf drei Veranstaltungen rund um die Ereignisse der Pogromnacht vom 9. November 1938 hin.

Eine Führung durch Varel und die historischen Orte, die im Zusammenhang mit dem Pogrom stehen, bieten Holger Frerichs und Karl-Heinz Martinß am Samstag, 5. November. Treffpunkt ist um 14 Uhr beim Synagogen-Denkmal in der Osterstraße. Tickets (acht Euro) gibt es bei ticket2go.

Ein Vortrag über die Geschichte der Juden in Varel ist am Freitag, 11. November, ab 15 Uhr im ehemaligen jüdischen Altenheim, Schüttingstraße 13 in Varel, zu hören. Hans Begerow, Sprecher des Arbeitskreises Juden in Varel, spricht vor Mitgliedern der Kolpingsfamilie. Interessierte Gäste sind willkommen. Der Eintritt ist frei.

Eine Führung auf dem jüdischen Friedhof Hohenberge bieten Helga von Eßen und Holger Frerichs am Sonntag, 13. November. Treffpunkt ist um 11 Uhr an der Zufahrt zum jüdischen Friedhof Hohenberge, Neuwangerooger Straße. Tickets (acht Euro) gibt es bei ticket2go.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erhielten Angehörige der Vareler SA von ihren vorgesetzten Dienststellen den Befehl, die Vareler Synagoge in Brand zu setzen und alle Vareler Juden zu verhaften. 18 Personen aus Varel und Hugo Frank aus Neuenburg wurden in das Polizeigefängnis in der Schulstraße (beim Amtsgericht) gebracht. In der Nacht wurden jüdische Geschäfte und Wohnhäuser geplündert und beschädigt. Sechs der verhafteten acht Männer wurden nach Oldenburg geschafft und von dort mit anderen Juden aus Ostfriesland und dem Oldenburger Land ins Konzentrationslager Sachsenhausen. Einige der Männer wurden noch im November wieder entlassen, die anderen bis Anfang Januar 1939.