Weinberghaus Varel

Das Weinberghaus – Erinnerung an die Geschichte der jüdischen Gemeinde Varel

Das Weinberghaus in Varel, Schüttingstraße 13, ist das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus der Familie Weinberg, das von 1937 bis 1942 als jüdisches Altenheim diente. Bei zwei Deportationen aus Varel im Oktober 1941 und Juli 1942 wurden 29 Bewohner/Bewohnerinnen und Betreuungskräfte von den Nationalsozialisten in Ghettos und Vernichtungslager verschleppt – niemand überlebte. Im Erdgeschoss des zweistöckigen Gebäudes befindet sich heute u.a. eine Dauerausstellung. Sie informiert über die Geschichte der Juden in Varel, die 1938 zerstörte Synagoge, den jüdischen Friedhof, die Familie Weinberg sowie die Bewohnerinnen und Bewohner des Altenheimes und die beiden Deportationen 1941/42.

Die Dauerausstellung im Weinberghaus wurde am 29. Juni 2026 feierlich eröffnet. Regelmäßige Öffnungszeiten ab September 2026: Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat (6. und 20. September 2026, 4. und 18. Oktober 2026, 1. und 15. November 2026, 6. und 20. Dezember 2026). 15 bis 17 Uhr. Gesonderte Führungen für Schulklassen, Vereine oder andere Gruppen können vereinbart werden. Anfragen an: info@weinberghaus.eu

The Weinberg House in Varel, located at Schüttingstraße 13, is the former residential and commercial building of the Weinberg family, which served as a Jewish nursing home from 1937 to 1942. During two deportations from Varel in October 1941 and July 1942, 29 residents and caregivers were deported by the Nazis to ghettos and extermination camps—none survived. Today, the ground floor of the two-story building houses, among other things, a permanent exhibition. It provides information about the history of the Jews in Varel, the synagogue destroyed in 1938, the Jewish cemetery, the Weinberg family, the residents of the nursing home, and the two deportations in 1941 and 1942.

The permanent exhibition at the Weinberghaus was officially opened on June 29, 2026. Regular opening hours starting in September 2026: Every 1st and 3rd Sunday of the month (September 6 and 20, 2026; October 4 and 18, 2026; November 1 and 15, 2026; December 6 and 20, 2026). 3:00 to 5:00 p.m. Separate guided tours for school classes, clubs, or other groups can be arranged. Please send inquiries to: info@weinberghaus.eu

13. September 2026: Vorankündigung zum „Tag des offenen Denkmals“ in Varel

Das Weinberghaus mit der Ausstellung ist am Sonntag, 13. September 2026, von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Tee, Kaffee und belegte Brote stehen um 11 Uhr für das leibliche Wohl bereit. Von 12 bis 12:30 Uhr spielt das Flöten-Emsemble von Gabriela Heupgen. Wir freuen uns auf den Besuch von Interessierten.

Ebenfalls am 13. September 2026 von 10 bis 12 Uhr ist der jüdische Friedhof in Varel-Hohenberge besetzt. Dort beantworten Helga von Eßen und Holger Frerichs vom Arbeitskreis Weinberghaus die Fragen von Besucher/innen. Es findet keine öffentliche Führung an diesem Tag statt.

4./5./23. Juli 2026: Sonderöffnungstage

An zwei Sonderöffnungstagen am 4./5. Juli sowie zum Jahrestag der Deportation 1942 am 23. Juli war das Weinberghaus geöffnet. Viele Besucher und Besucherinnen nutzten die Gelegenheit zur Besichtigung der neuen Ausstellung und zu Gesprächen mit den Mitgliedern des Arbeitskreises Weinberghaus.

3. Juli 2026: Besuch der Ausstellung durch Studienseminar der Uni Oldenburg

Acht Studierende aus dem Seminar „Gedenkstätten als Orte historisch-politischer Bildung“ der Uni Oldenburg mit den beiden Lehrkräften Prof. Dr. Antje Sander und Dr. Mareike Witkowski besuchten das Weinberghaus. Die Gruppe absolvierte zunächst einen von Holger Frerichs betreuten Stadtrundgang zu Stätten jüdischen Lebens in Varel und zu einzelnen Erinnerungstafeln im Stadtgebiet. Abschließend wurde die neue Dauerausstellung in der Schüttingstraße besichtigt. Foto: Holger Frerichs.

29. Juni 2026: Eröffnung der Ausstellung / Pressebericht „Nordwest-Zeitung“ / Rundfunkbeitrag „Radio Jade“

Den Rundfunk-Bericht von „Radio Jade“ finden Sie hier


10. März 2026: Besuch einer Schulklasse (Oberschule Varel-Obenstrohe)


Eine 9. Klasse der Oberschule Obenstrohe hat das Weinberg-Haus und die neue Ausstellung zur jüdischen Geschichte Varels angeschaut, die kurz vor der Fertigstellung stand. Zu Beginn hatten Gästeführer Karl-Heinz Martinß und Heimatvereinsvorsitzender Hans Begerow, beide Mitglied im Arbeitskreis Weinberghaus, die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerin Vera Prestifilippo auf einem Spaziergang durch Varel begleitet. Der führte zu den Wohn- und Geschäftshäusern der Familien Lewin/Neumann (Drostenstraße), Weiß (Hindenburgstraße), Robert Schwabe  (Obernstraße/Neue Straße), Curt Schwabe-Barlewin (Haferkampstraße) sowie zum Gedenkstein für die 1938 zerstörte Synagoge in der Osterstraße. Die Schüler schauten sich auch die (wenigen) Objekte an, die es zur Veranschaulichung der jüdischen Geschichte Varels gibt.

1. März 2026: Besuch eines australischen Historikers

David Marlow (rechts), Secretary Australian Jewish Historical Society, hat am Sonntag, 1. März,  das Weinberg-Haus besucht und sich die Ausstellung, die demnächst zu sehen ist, angeschaut. Ihm wurde unter anderem der Schlüssel der Synagoge präsentiert, der 1938 aus dem Brandschutt gerettet wurde. Arbeitskreis-Sprecher Benno Gliemann, Holger Frerichs und Thomas Hülse begleiteten den Forscher bei seinem Aufenthalt, der während einer Europareise den Vorfahren seiner Familie nachspürt. Marlow war schon in Berlin, Potsdam, Wuppertal, in Brügge, Leiden, Jever und nun in Varel, wo Vorfahren, die Familie Cohen, lebten. Foto: Hans Begerow.

Weihnachten 2025: Videobotschaft aus Großbritannien einer 1930 in Varel geborenen jüdischen Mitbürgerin

Wir erhielten nach freundlicher Weiterleitung von Peter Marcuse (Australien) einen kleinen Video-Weihnachts-/Neujahrsgruß der 96-jährigen Margrit Shaw, geborene Schwabe, geboren am 11. Februar 1930 in Varel (Urenkelin von Simson Schwabe, Begründer der Leder- und Treibriemenfabrik Schwabe in Varel), den diese ihm aus Großbritannien sandte.


4. Oktober 2025: Benefiz-Konzert (zur Erinnerung an den ermordeten jüdischen Geiger und Kapellmeister Itzchak Orloff) in der Alten Katholischen Kirche Varel, Osterstraße

Die bewegende Geschichte der Geige eines Holocaust-Opfers war Thema eines besonderen Konzertes in der Alten Kirche Osterstraße in Varel. Dr. Roman Salyutov (Klavier), Alexander Lifland (Geige) und Yevgeny Sapozhnikov (Cello) spielten Stücke von Ravel, Mussorgski, Brahms, Gold, Schostakowitsch und Gernsheim. Sie erinnerten damit an den Geiger und Kapellmeister Itzchak Orloff, der ein Opfer der Shoah wurde, seine Geige vor seiner Deportation aber in andere Hände geben konnte. Auf abenteuerliche Weise überstand sie den 2. Weltkrieg und wird nun verwahrt von Roman Salyutov, Chefdirigent des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach. Mit den Musikstücken erinnerten sie an das Leben und die Musik Orloffs, der erst in Russland, dann in Skandinavien, in Deutschland und schließlich in Frankreich Musikensembles leitete, bevor er während der deutschen Besetzung Frankreichs deportiert wurde. Der Veranstalter, die Volkshochschule Friesland-Wittmund, verzichtete auf Eintrittsgelder und bat um Spenden. Mehr als 500 Euro spendeten die 45 Besucher. Dieses Geld kommt dem Weinberg-Arbeitskreis zugute.